Die ersten Tage ziehen ins Land
Am 3. Juli 2026 erreichen wir staufrei und ohne weitere Hindernisse den Campingplatz am Staffelsee. Kaum ist alles halbwegs aufgebaut und verstaut, zieht es die Kinder auch schon an den See. Ein kurzer Fußweg von knapp fünf Minuten – mit dem SUP unter’m Arm fühlt es sich länger an – trennt uns vom erfrischend klaren Wasser. Sehr weit kann man hier hinein laufen auf steinigem, sehr lehmhaltigen Boden. Eine ältere Dame erklärt uns, es sei „das gesündeste Wasser hier in der Gegend“, weil es ein „Moorwasser“ sei und der Lehmboden dafür sorge, dass es „weich und heilsam“ sei. Tatsächlich stellen wir jedoch fest, dass man hier ohne Schwimmschuhe nicht weit kommt.
Nach dem Sonntagsfrühstück trennten sich die Familienwege kurzzeitig: der Große wollte mal allein an den See, wir anderen drei spazierten einen Pfad am Campingplatz entlang, wollten mal schauen, wohin der führt. Letztendlich wurde eine knapp 5 km lange Runde daraus, die uns über einen traumhaft schönen Panoramaweg entlang des Staffelsees, vorbei an Kuhweiden und alten Bäumen über weite Wiesen wieder an die Ortsgrenze zu Uffing führte. Kaum am Uffinger Sportplatz vorbei passieren wir den Klaus-Bahlsen-Steg, von dem wir vor der Abreise in der Online-Ortszeitung Hoagart gelesen haben. Da fühlt man sich doch gleich viel näher mit dem Ort verbunden. Es ist übrigens sehr empfehlenswert, Tageszeitungen und Homepages der Ortschaften vorher zu studieren und ein paar aktuelle Informationen – oder auch ältere Beiträge – zu lesen. So haben wir herausgefunden, dass hier in der kommenden Woche ein Seefest stattfindet. Bei unserem gestrigen SUP-Ausflug zum See bestätigt uns dann eine Ortsansässige Dauercamperin, dass das Fest ein „ganz ein tolles Spektakel“ sei und wir „unbedingt da hin“ müssten. Es wäre ein ganz bayerisches Volksfest, mit Tänzen, guten Speisen und Getränken und viel Gaudi für die Familie. Und da es vom Campingplatz aus fußläufig nur etwa 25 Minuten entfernt ist, wäre es erst Recht zu empfehlen.

Besagte Dame empfiehlt uns außerdem, unbedingt auf den Wank zu fahren. „Auf’n Wank misster hoch, do is schee!“ und da sie das mit einer solchen Begeisterung erzählt kommen wir nicht umhin, gleich am nächsten Morgen – mittlerweile schreiben wir Dienstag, den 7. Juli 2026 – zur Tat zu schreiten. Wir packen unseren Wanderrucksack und machen uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg.

Der Wank scheint wirklich ein kleiner Geheimtipp zu sein. Der Parkplatz ist relativ leer, obwohl wir erst kurz vor Mittag dort erscheinen. Wir kaufen uns ein Bergbahn-Ticket (gleich ein Kombiticket, da wir auch noch auf die Zugspitze wollen – so sparen wir viel Geld) und aufwärts geht’s. Wie empfohlen wandern wir, oben angekommen, den Rundweg, der eher wie eine acht auf der Karte aussieht. Bei der Hälfte der gewanderten „Acht“ kehren wir im Wankhaus ein, das nicht nur Gasthaus, sondern auch Unterkunft für Wanderer und Bergsteiger ist. Nach einem leckeren Mittagspäuschen setzen wir unsere kleine Wanderung auf die andere Seite fort und genießen die verschiedenen, abwechslungsreichen und magischen Ausblicke in die Alpen und das davor liegende Alpenvorland. Mit der Zeit wird der Wind immer stärker und die Wolken immer dichter. Schlägt das Wetter etwa um? Sicherheitshalber laufen wir etwas schneller, nicht dass die Bergbahn ihren Betrieb einstellt bevor wir mit ihr nach unten fahren können.

Wir erreichen die Bahn zur rechten Zeit und genießen noch einmal den fantastischen Ausblick während der fast zwanzigminütigen Abfahrt.


8. und 9. Juli 2026
Das Wetter am 8. Juli 2026 ist genau richtig für einen Spaziergang ins Dorf. Wir brauchen – schon wieder – frische Lebensmittel und so schnallen wir uns die Rucksäcke auf, ziehen die Wanderschuhe an und tun es den Einwohnern des Aichalehof von damals gleich, indem wir zu Fuß etwa 45 Minuten nach Uffing spazieren. Vorbei am Staffelsee die Birkenallee entlang, durch den Ort mit seinen malerischen balkonierten Häusern und prächtigen Blumenwiesen, auf denen die Kühe grasen.
So haben wir – nach dem Rückweg – schon am Vormittag eine entspannte Wanderung von knapp fünf Kilometern hinter uns und freuen uns, dass die Sonne heute gnädig hinter den Wolken versteckt geblieben ist.
Dennoch geht es täglich an den See, immer mit dem SUP und immer mit den Badeschuhen, damit wir uns nicht mal die Füße an den Steinen aufschneiden. Es ist so entspannt hier auf der Liegewiese. Kaum ein Mensch ist hier neben uns und die Dauercamper scheinen auch nicht alle da zu sein.
Doch statt immer nur auf die Berge zu schauen wollen wir am 9. Juli 2026 auch mal auf die Berge gehen. Gleich den höchsten Berg Deutschlands haben wir uns vorgenommen: die Zugspitze! Da wir am Vorabend in unserem „Freiluftkino“ eine Sonderfolge der „Sendung mit der Maus“ schauten, in der Armin Maiwald von seiner Kindheit in Uffing und am Staffelsee berichtet, wollen wir – wie er damals – mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze und mit der Seilbahn wieder nach unten.

Der Parkplatz am Eibsee ist brechend voll, dennoch sind wir (fast) die Einzigen in der Zahnradbahn auf den Gipfel. Mit uns wagen nur noch zwei weitere Besucher die Fahrt nach oben und so genießen wir diese „Premiumfahrt“ auf verschiedenen Sitzplätzen und immer der besten Aussicht. Oben auf dem Zugspitzplatt angekommen erkunden wir zunächst das Plateau, den Gletscher und probieren Klettersteige „für Kinder“ aus, die man hier in den Stein gehauen hat, bevor wir endlich mit der Gletscherbahn dann auf den Gipfel der Zugspitze fahren.


Oben angekommen sehen wir nicht viel – die Wolken versperren uns ein wenig die Sicht. Wir staunen über die baulichen Konstruktionen, die man hier für die Touristen erschaffen hat. Es fühlt sich nicht an wie auf dem höchsten Gipfel Deutschlands – und das scheinen auch einige – in unseren Augen leichtsinnige – Touristen zu vergessen, als sie ohne weitere Ausrüstung und mit waghalsigen Selfie-Posen noch die letzten Meter zum goldenen Gipfelkreuz erklimmen. Ihnen kommen Bergsteiger in voller Ausrüstung entgegen, die sicherlich den Berg in Gänze bezwungen haben. Von Herzen gönnen wir ihnen das Gipfelfoto, auch, wenn es so aussieht wie die „Menschenketten“, die man von Bildern des Mount Everest kennt.



Wir verbringen erstaunliche drei Stunden in der Höhenluft, gönnen uns noch Croissant und Brezel mit eigens mitgebrachter Verpflegung. Auf die Seite der Österreicher zieht es uns ebenfalls rüber und wir staunen, dass hier viel weniger Menschen sind als auf der Deutschen Seite. Die Wolken ziehen immer wieder auf. So ergattern wir Blicke in die Ferne und auf den weit unter uns liegenden, strahlend blauen Eibsee.
Die Seilbahnfahrt nach unten ist dann am Ende weniger spektakulär als erwartet – aber wenn man mit 120 Menschen in einer Gondel steht, fühlt es sich auch eher an wie Busfahren. Einziges Highlight ist der Glasboden in der Mitte der Gondel, der einen interessanten Abfahrtsblick gewährt.
Am Abend werden wir wieder mit einem wunderbaren Alpenglühen belohnt! Schon jetzt hat sich die Wahl des Campingplatzes mehr als gelohnt!
